Montag, 20. Februar 2012

Wie kommt man zu einem sozialen Jahr?

Der Gedanke, nach dem Abitur nicht gleich mit einem Studium zu beginnen sondern sich vorher noch zu orientieren lässt sich rückblickend auf das Ende der 10. Klasse lokalisieren. Viele Mitschüler nutzten nach dem Ende der Mittelstufe die Möglichkeit, ein Jahr lang in einem anderen Land zu leben und dort zur Schule zu gehen. Eine Großteil wählte dazu Länder wie die USA, Australien oder Frankreich, in denen die Umstellung nicht allzu groß ist und man die Sprache meist schon in ihren Grundzügen beherrscht, aber besonders beeindruckt war ich von dem Plan eines engen Freundes, 12 Monate nach Indonesien zu gehen; ein Land, welches in direkter Nachbarschaft zu Malaysia liegt und bei weitem nicht über einen so hohen Entwicklungsstand verfügt wie ein Industrieland. Anfangs noch sehr skeptisch, begeisterten mich die Erfahrungsberichte während und vor allem nach der Rückkehr. Fast schon wehmütig, eine so einmalige Chance vertan zu haben, stieß ich über das Internet und Angebote in meinem Pfadfinderstamm auf die Möglichkeit des sozialen Jahres nach dem Abitur. Das beste ist: Die Projektplätze, von unzähligen Organisationen zur Verfügung gestellt, sind durch verschiedene Bundesministerien unterstützt, erstens durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (http://www.weltwaerts.de/) und zweitens durch das Bundesfamilienministerium (http://www.internationaler-jugend-freiwilligendienst.de/ijfd/).
Im August 2011 begann ich mit der Suche nach einer geeigneten Organisation, bei der ich mich bewerben konnte. Schnell fiel mir "AFS" auf, da diese Organisation eine sehr große Anzahl an Ländern und Projekten anbot. Auch konnte man sich dort bewerben, ohne einen verbindlichen Länderwunsch angeben zu müssen, was mir zugute kam, da ich noch keine endgültigen Vorstellungen hatte, wohin ich denn gehen wollte. Die Bewerbung umfasste persönliche Daten, einen Lebenslauf und - sehr wichtig - eine Motivationsschreiben.
Einige Wochen später, in die Suche nach weiteren Projekten vertieft, erhielt ich die auf meine Bewerbung folgende Einladung zu einem Auswahl-und Informationswochende von AFS in Rotenburg an der Fulda. Die erste Hürde war also genommen.


Voller Erwartungen also machte ich mich auf nach Rotenburg in die dortige Jugendherberge, in welcher das Auswahlseminar stattfand. Einige bleibende Eindrücke: Unglaublich offene und nette Leute, die trotz der eindeutig bestehenden Konkurrenz in kürzester Zeit zu einer vertrauten Gruppe zusammenwuchsen; Viele Informationen zu Projekten und Ländern; Gehörige Anspannung bei den Einzelinterviews; Interessante Diskussionsrunden. Ich persönlich hatte bezüglich der Auswahl nach dem Wochenende kein gutes Gefühl, da es mir etwas schwer fiel, mich sofort voll zu öffnen und meine anfängliche Schüchternheit schon in den ersten Stunden zu überwinden. So überraschte es mich nicht, dass ich zunächst nur einen Nachrückerplatz für das Programm IJFD bekam. Als dann aber einen Tag vor meiner praktischen Fahrprüfung :-) plötzlich doch die Zusage für das Land Malaysia stand, war die Freude umso größer. Immerhin war Malaysia mein Wunschland gewesen; ich hatte durch das Anfertigen einer Raumanalyse in Geografie über das Land und seine Bevölkerung ein gutes Vorwissen. Besonders fasziniert mich an Malaysia die multikulturelle Gesellschaft, dazu aber später mehr.
Zunächst war eine Umfangreiche Bewerbung zu vervollständigen, um die Auswahl eines Projektes zu erleichtern. Dies wird auch der nächste Schritt sein - das Warten auf eine Projektzusage. Natürlich werde ich Neuigkeiten diesbezüglich baldmöglichst veröffentlichen. Richtig geraten, auf diesem Blog. Schaut vorbei...

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