Es fing damit an, dass ich mein lang herausgezögertes Packen in relativ kurzer Zeit erledigen musste. Aber dennoch fand ich es spannend, mich auf ein überschaubares Besitztum zu reduzieren. Eine Vorstellung, die mich immer faszinierte. Bei dem ganzen Müll den man als Europäer so besitzt und eigentlich gar nicht braucht, tut es fast schon gut, etwas puristischer an die Sache heranzugehen. Na gut, es müssen ja nicht gleich 20 Kg als Obergrenze sein... Aber schließlich und endlich passte auch alles irgendwie in Koffer und Rucksack. Bis auf eines: Mein heiß geliebte Gitarre musste vorerst zuhause bleiben. :-(.
LH 199 Tegel -> Frankfurt
LH 782 Frankfurt -> Bangkok -> Kuala Lumpur
Wunderbar also, Lufthansa. Dachte ich. Bis ich unsere in die Jahre gekommene 747-400 in Frankfurt betrat. Außen natürlich Jumbotypisch hui...
...aber innen eher pfui. Kaum Beinfreiheit, kein Unterhaltungsystem und harte Sitze. Ich meine, ich bin ja jetzt echt nicht der Komfortfreak; aber selbst ohne interkontinentale Flugerfahrung war mir sofort klar, dass dieser 14h-Flug ein eher unangenehmer werden würde. Da meine wahrsagerischen Fähigkeiten in diesem Punkt äußerst zutrafen, muss ich wahrscheinlich nicht auf Einzelheiten eingehen. :-) Eins bleibt zu sagen: Ich war totmüde und hungrig, aber außerstande, diesen Zustand zu ändern.
Andererseits ist es schon erstaunlich, wie schnell man so um die Welt kommt. Und dafür, dass man an einem Tag mehrere tausend Kilometer mit einem Tempo von 900 km/h zurücklegt, ist der Reiseluxus eigentlich surreal gut. Außerdem sind wir Freiwillige, keine Touristen. Von daher, alles halb so wild! Und der turbulente Himmel, der über Südostasien vorherrschte, hat mir, dem alten Flugzeugfan, viel Freude gemacht.
Nach einer Zwischenlandung am fast menschenleeren Flughafen Bangkok,
wo wir das Flugzeug verlassen und schließlich wieder boarden mussten (mit Security Check und allem was dazugehört) hob das Flugzeug erneut ab, nun endlich in Richtung Kuala Lumpur.
Als die 747-400 auf der Landebahn aufsetzte, war natürlich die allgemeine Euphorie groß. Wie als wäre es ein gutes Omen, fand ich auch sofort meinen Koffer und die Passkontrolle verlief ohne Probleme (und Freundlichkeiten ;-) ). Andere hingegen aus unserer Gruppe wurden ausführlich befragt und mussten Beweise für ihre zukünftige Tätigkeit vorlegen. Nach einer halben Stunde waren dann aber auch alle da.
Farhan, eine AFS Malaysia-Freiwilliger, der schon an einem Schüleraustausch nach Hamburg mit AFS teilgenommen hat, holte uns vom Flughafen ab und verfrachtete uns in Taxis. Denn KL Airport ist gut 50 Kilometer von der eigentlichen Metropole entfernt. Unser Ziel, das Hotel Mandarin, ist relativ nobel und das Essen, welches fünf mal am Tage gereicht wird, äußerst lecker.
Am Abend dann gingen wir in der Gruppe auf eine kleine Runde in die City der Millionenmetropole, die ganz und gar aus Hochhäusern zu bestehen scheint. Dabei entstand ein Gruppenfoto vor den Petronas Towers, welches ich nicht vorenthalten möchte.
Oben (v.r.n.l.) Moritz, Hannah, Inga, Lea, Suse, Felix, Paula
Unten (v.r.n.l.) Josh, Jan, Steffen
Zu den gefühlsmäßigen Eindrücken, die in meinem eher touristischen Bericht bisher fehlen: Ich bin noch dabei, mich selbst derselben zu vergewissern. Die Gruppe ist weiterhin genial und ich verstehe mich super mit allen. Malaysia hielt bisher noch keine negativen Überraschungen bereit und Kuala Lumpur gefällt mir sehr, da man das Gefühl hat, sich in einem Zentrum der Welt zu befinden. Aber dennoch beschleicht mich momentan das Gefühl, dass ich noch gar nicht "richtig" angekommen bin; bis ich realisiere, dass ich in Malaysia bin, kann noch Zeit vergehen. Jetzt erstmal den ersten Eindruck genießen und noch ein bisschen Tourist sein, bis dann der Ernst des Lebens losgeht.
Malaysia jedenfalls mich mit einem "Selamat Datang" (Herzlich Willkommen) empfangen!


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